Die Anschläge vom 11. September 2001

Ein Tag, der die Welt verändert hat

von - aktualisiert - 10.09.2017

Am 11. September 2001 stürzten zwei entführte Flugzeuge in das World Trade Center in New York. Alle Radio- und Fernsehsender unterbrachen damals ihr Programm, um von der Katastrophe zu berichten. Über 3.000 Menschen kamen bei den Anschlägen ums Leben. Dieses Datum ging in die Geschichte ein - und hat die Welt verändert. Jährlich am 11. September werden in den USA Gedenkfeiern für die Opfer der Anschläge abgehalten. Was geschah an diesem Tag und welche Folgen hatten die Ereignisse weltweit?

Am 11. September 2001 wurden die USA durch eine Serie von Anschlägen erschüttert. Kurz darauf rief der damalige Präsident Bush den "Krieg gegen den Terror" aus. (Quelle: FEMA)

Am 11. September 2001 stürzten zwei entführte Flugzeuge in die Zwillingstürme des 110 Stockwerke hohen World Trade Centers in New York. Das Gebäude wurde völlig zerstört. Aus Verzweiflung sprangen viele Menschen aus den Fenstern in den sicheren Tod, da das Feuer den Weg nach unten versperrte. Ein weiteres Flugzeug traf das Pentagon, das Verteidigungsministerium der USA, alle Insassen starben. Das vierte Flugzeug stürzte nach einem Kampf zwischen den Entführern und der Besatzung über dem freien Gelände ab.

Bei den Anschlägen starben über 3.000 Menschen. Der damalige US-Präsident George W. Bush rief daraufhin den "Krieg gegen den Terrorismus" aus. Es hieß, von radikalen Terroristen-Gruppierungen gehe eine große Gefahr aus, welche die westlichen Demokratien stürzen wollten und mit Härte bekämpft werden müssten. George W. Bush erklärte jedes Land zum Feind, das die USA nicht in diesem Kampf unterstützen würde. Für die Anschläge wurde die radikal-islamische Terror-Organisation "Al Qaida" verantwortlich gemacht. Es tauchte ein Video auf, in dem sich Osama Bin Laden, der Begründer des islamistischen Terror-Netzwerkes, zu den Anschlägen bekennt. Bin Laden wurde im Mai 2011 durch US-Geheimdienste in einem Haus in Pakistan aufgespürt und erschossen.

Krieg gegen Afghanistan und den Irak

Im Oktober 2001 begannen die Luftangriffe der Allianz auf Kabul. Ende des Jahres fielen die Hauptstadt und die Provinzhauptstädte Kandahar und Kunduz. Damit war das Ende des Taliban-Regimes besiegelt. (Quelle: Wikipedia)

Die NATO, das westliche Verteidigungsbündnis, rief damals den "Bündnisfall" aus. Eigentlich wird dieser ausgerufen, wenn ein NATO-Staat (in diesem Fall die USA) angegriffen wird und man es als Notwendigkeit ansieht, sich selbst oder das Bündnis zu verteidigen. Dies soll dazu dienen, die Sicherheit im Land (und im gesamten transatlantischen Gebiet) wiederherzustellen. Es ist nach wie vor sehr umstritten, ob dieses Recht auf Selbstverteidigung überhaupt gegeben war.

Unter US-Führung begann im Oktober 2001 der Krieg gegen das Land Afghanistan. Zwei Monate später endete die Hauptphase des Krieges, nachdem die Hauptstadt Kabul und die Provinzhauptstädte Kandahar und Kunduz gefallen waren. Das radikal-islamische Taliban-Regime, das im Land herrschte, wurde gestürzt. Den Taliban wurde vorgeworfen, den Terroristen der Al Qaida Unterschlupf zu gewähren. Im November 2001 wurde in Afghanistan eine Übergangsregierung gebildet. Mehrere Länder, die in der NATO organisiert sind, so zum Beispiel Deutschland und Großbritannien, erhielten durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) den Auftrag, das Land bei dem Aufbau einer Demokratie zu unterstützen. Allerdings ist die Sicherheitslage im Land weiterhin sehr kritisch, und bei den bewaffneten Afghanistan-Einsätzen kommen auch immer wieder Zivilisten ("zivil" bedeutet "nicht militärisch") ums Leben.

Anfang 2003 begannen die USA und ihren Verbündeten, einen Krieg gegen den Irak zu führen. Dieser wurde vor allem damit begründet, dass sich Massenvernichtungswaffen im Irak befänden - dies hat sich jedoch als falsch erwiesen. Der Protest gegen den Irak-Krieg, der viele zivile Opfer in der irakischen Bevölkerung und zahlreiche Tote auf Seiten des US-Militärs und dessen Verbündeten gefordert hat, wurde immer größer. Die Diktatur unter Saddam Hussein, der Ende 2006 hingerichtet wurde, wurde zwar beendet - aber die Lage im Irak ist alles andere als stabil, und Frieden liegt in weiter Ferne: Immer wieder verüben radikale Gruppen Anschläge. Viele Politiker und auch Journalisten werden dort entführt oder ermordet.

Weder für den Krieg in Afghanistan noch für den Irak-Krieg gab es ein UN-Mandat, also einen Auftrag der Vereinten Nationen. Die USA und ihre Verbündeten handelten trotz heftigem internationalen Widerstand auf eigene Faust und setzten ihre Ziele durch.

Verstoß gegen Menschenrechte

Der irakische Ex-Diktator Saddam Hussein wurde 2006 zum Tode verurteilt und erhängt. Sein Tod wurde heimlich gefilmt und veröffentlicht, was eine große Mediendiskussion auslöste. (Quelle: Wikipedia)

Den Vereinigten Staaten wurden immer wieder Verletzungen der Menschenrechte vorgeworfen. Vor allem wegen der Behandlung der Kriegsgefangenen gerieten die USA stark in Kritik: In "Guantánamo Bay", einem US-Militärstützpunkt auf Kuba, werden Kriegsgefangene - vor allem aus Afghanistan und dem Irak - festgehalten. Den US-Soldaten des Lagers wird vorgeworfen, massiv gegen die Rechte der Inhaftierten verstoßen und Foltermethoden angewandt zu haben.

Auch im ehemaligen US-Gefangenlager Abu Ghuraib im Irak wurden Häftlinge gedemütigt und gefoltert. Es wird vermutet, dass noch zahlreiche geheime US-Gefangenenlager existieren. Den Kriegsgefangenen steht nur beschränkt das Recht auf Vertretung durch einen Rechtsanwalt zu. Das Beweismaterial aus "Hörensagen" ist zulässig, und es gibt eine eigene Definition von "scharfen Verhörmethoden", die nicht als Folter gelten. Die so genannten "Ungesetzlichen Kombattanten" haben kein Recht, vor ordentlichen Gerichten der USA (also Nicht-Militärgerichten) gegen ihre Behandlung zu klagen.

"Krieg gegen den Terror" als "Freibrief"?

Bis Anfang 2009 war der Republikaner George W. Bush Präsident der Vereinigten Staaten. (Quelle: Wikipedia)

Die damalige Regierung der Vereinigten Staaten unter George W. Bush hatte sich zum Ziel gesetzt, den Terror weltweit mit Härte zu bekämpfen. Viele warfen ihr vor, dass sie den "Krieg gegen den Terrorismus" als Begriff benutze, mit dem sie es rechtfertigte, außerhalb eines verbindlichen rechtlichen Rahmens zu handeln: Menschenrechte wurden missachtet, Kriege geführt und auch zahlreiche Zivilopfer in Kauf genommen.

Es gilt offziell als sicher, dass die Anschläge vom 11. September durch radikale Muslime verübt wurden. Doch sind kritische Stimmen nicht verstummt, die infrage stellen, ob sich die Katastrophe tatsächlich so ereignete und Zweifel an der Aufklärung und der offiziellen Darstellung der US-Regierung haben. Die Kritiker beschäftigen sich dabei mit vielen Fragen - so zum Beispiel: Warum konnten die Terroristen trotz hoher Sicherheitsvorkehrungen mehrere Flugzeuge entführen und bis zu ihrem Ziel vordringen? Weshalb sind die durch mächtige Stahlträger gesicherten Türme des World Trade Centers völlig gleichmäßig und in freier Fallgeschwindigkeit in sich zusammengestürzt? Warum ist mit dem über 200 Meter hohen Gebäude WTC 7 ein dritter Turm eingestürzt, der überhaupt nicht von einem Flugzeug getroffen wurde?

Fest steht, dass die damalige US-amerikanische Regierung unter Bush den "11. September" nutzte, um ihren harten und umstrittenen politischen Kurs zu rechtfertigen und einen stärkeren Rückhalt des Volkes zu gewinnen. Denn der Terrorismus wurde von vielen US-Amerikanern weiterhin als große Bedrohung empfunden. Dennoch war der Staat zunehmend gespalten, immer mehr Bürger entrüsteten sich über die Politik Bushs.

Bush wurde 2009 von dem Demokraten Barack Obama abgelöst, der bis 2017 Präsident der Vereinigten Staaten war. Er kündigte einen klaren Richtungswechsel in der Politik des Landes an und galt für viele als "neuer Hoffnungsträger". Jedoch auch von den außenpolitischen Entscheidungen Obamas waren die US-Amerikaner und Menschen aus anderen Ländern zunehmend enttäuscht und warteten vergeblich auf die von ihm angekündigte "Wende" in der US-Politik. So konnte Obama sein großes Wahlversprechen, das Gefangenenlager auf Guantánamo Bay zu schließen, nicht umsetzen. Mit der Wahl seines Nachfolgers, dem umstrittenen Republikaner Donald Trump, stand fest: Die republikanische Regierung schließt nicht nur an die Politik George W. Bushs an, sondern verschärft dessen harten Kurs noch. Donald Trump warnte bereits im Wahlkampf eindringlich vor der Gefahr eines erstarkenden Islams und versprach, nicht nur die Bedrohung durch den Terrorismus, sondern auch eine angeblich drohende "Überfremdung" und "Islamisierung" des Westens mit Härte zu bekämpfen.

Zunehmende Bedrohung durch islamistischen Terror?

Die Menschen in Madrid trauerten lange um die 192 Opfer der Anschläge vom 11. März 2004. (Quelle: Helles Köpfchen)

Der islamistische Terror wurde und wird als zunehmende Bedrohung angesehen. Gerade unter vielen jungen Muslimen beobachtete man ab den 2000er Jahren die Tendenz zu einem immer fanatischeren Glaubensverständnis. Im Juli 2005 wurden in der britischen Hauptstadt London Bombenanschläge in zahlreichen Bussen und U-Bahnen verübt. In der spanischen Hauptstadt Madrid explodierten im März 2004 in mehreren Zügen Bomben.

Auch zuletzt kam es immer wieder zu islamistisch begründeten Terroranschlägen - wie in der französischen Hauptstadt Paris der Anschlag auf die Redaktion der Zeitung "Charlie Hebdo" im Januar 2015 sowie ebenfalls in Paris die Anschlagsserie durch Anhänger des "Islamischen Staats" (IS) im November 2015, der hunderte Menschen zum Opfer fielen. Auch für den Terroranschlag in der belgischen Hauptstadt Brüssel im März 2016 ist die radikal-islamische Organisation verantwortlich. Ebenso die Terroranschläge in der französischen Stadt Nizza im Juli sowie auf einem Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember 2016 wurden von islamischen Terroristen verübt. Eine Reihe weiterer radikal-islamischer Anschläge erschütterten im Jahr 2017 Großstädte in Europa - etwa die türkische Stadt Instanbul im Januar, die französische Hauptstadt Paris im April, die britische Hauptstadt London im Juni sowie die spanische Stadt Barcelona im August 2017.

Als "Islamisten" werden radikale Anhänger des Islams bezeichnet. Sie betrachten westliche Wertevorstellungen als Inbegriff der Unmoral. Die "Verwestlichung" der islamischen Länder wird dabei als "Grund allen Übels" angesehen. Islamisten kämpfen auf radikale Weise gegen "Ungläubige" und für die ursprünglichen Traditionen des Islams. Dabei schrecken viele der Fanatiker selbst vor Terror, Mordanschlägen und Selbstmord nicht zurück. Als Endziel des "Dschihad" (bedeutet: "heiliger Krieg") wollen sie einen islamistischen Weltstaat errichten. Eigentlich ist der Islam eine friedliche Religion. Die überwiegende Mehrheit der Muslime verachtet die islamistischen Extremisten, die Gewalt anwenden und - angeblich "im Namen Gottes" - sogar unschuldige Menschen töten.

Angst sowie Hass weiter geschürt?

Herrscht auch in Deutschland erhöhte Terrorgefahr? Als Sicherheitsmaßnahme sind in Großstädten noch mehr Videoüberwachungen geplant. (Quelle: Photocase (Luisato) )

Auch in Deutschland wird von vielen Politikern und Terrorexperten vor einer erhöhten Terrorgefahr gewarnt. Ebenso in unserem Land würden einige Islamisten mit radikaler Gesinnung leben. Die einstige Entscheidung des deutschen Bundestags, die Afghanistan-Einsätze der Bundeswehr weiter zu verlängern, spielte auch eine Rolle bei der Frage, ob Deutschland verstärkt von Terroranschlägen bedroht ist. Zahlreiche Politiker setzten sich für verschärfte Sicherheitsmaßnahmen ein - zum Beispiel vermehrte Videoüberwachungen in den Großstädten.

Nach Ansicht vieler Experten sind Überwachungskameras allerdings eher bei der Aufklärung von Anschlägen oder versuchten Attentaten hilfreich, als bei einer Verhinderung von Terroranschlägen. Bundeskanzlerin Merkel hatte sich bereits nach den vereitelten Bombenanschlägen in Großbritannien 2006 dafür ausgesprochen, als Maßnahme in Deutschland die Bundeswehr auch im Inneren des Landes einzusetzen - eigentlich besteht bei der Zuständigkeit aber eine klare Trennung zwischen "innerer" und "äußerer" Sicherheit.

Die Debatte ist und bleibt aktuell. Viele Menschen kritisieren, dass das Gleichgewicht zwischen Freiheit und Sicherheit in den vergangenen Jahren immer mehr gefährdet wäre. Einerseits ist es zwar wichtig, Kriminalität und Terror zu bekämpfen und sich für Sicherheit einzusetzen, andererseits sollten die Menschenrechte wie Privatsphäre und persönliche Freiheit jedoch nicht zu weit eingeschränkt werden. Für viele gehen Maßnahmen wie das Ausspionieren von Computern oder das Abhören von Telefongesprächen entschieden zu weit.

Befürworter solcher Sicherheitsmaßnahmen finden, dass die größtmögliche Sicherheit der Bürger über die persönlichen Freiheitsrechte gestellt werden sollte - viele von ihnen betrachten auch die Wellen an Flüchtlingen nach Deutschland und anderen Ländern Europas mit Sorge, die zu großen Teilen dem muslimischen Glauben angehören. Kritiker halten entgegen, dass in westlichen Ländern die Terrorangst noch geschürt werde, während gleichzeitig Verstöße gegen Menschenrechte und Einschränkungen der Freiheit gerechtfertigt werden. So lautet der Vorwurf vieler Kritiker, dass durch das Vorgehen der USA und westlicher Bündnisländer der Konflikt zwischen Muslimen und der westlichen Welt verschärft und der Hass radikaler Islamisten erst recht angefacht würde.

letzte Aktualisierung: 11.09.2017

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