Europäische Sumpfschildkröte

Ein fast unsichtbarer Gast

Teil 54 von 73

Obwohl sie gar nicht mal so selten ist, bekommst du die Sumpfschildkröte kaum zu Gesicht. Denn sie ist sehr scheu und führt ein Leben im Schutz von Ufergras und Ästen. Nur mit Geduld kannst du sie mal beim Sonnenbaden beobachten. Doch bei der geringsten Störung taucht sie sofort lautlos wieder ins Wasser.

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Diese Supfschildkröten sind gerade erst geschlüpft. Nun halten sie nach Nahrung Ausschau. (Quelle: Europäische Supfschildkröte)

Die europäische Sumpfschildkröte ist sogar die am weitesten verbreitete Schildkrötenart in Europa. Sie lebt von Deutschland bis Italien und von Spanien bis in die Ukraine. Doch nur, wo es noch saubere Flüsse und Seen mit schlammigem Grund, ein paar Sandinseln und vielen Wasserpflanzen gibt, fühlt sie sich wohl.

Wenn sie aus ihren Eiern schlüpfen, die die Sonne ausgebrütet hat, sind Sumpfschildkröten gerade mal zwei Zentimeter lang. Doch wenn sie das Wasser erreichen, fangen sie schnell an mit großem Appetit zu fressen. So werden sie sehr schnell größer. Ausgewachsen erreichen sie eine Größe von bis zu 36 Zentimetern. Sie können bis zu 75 Jahren alt werden.

Vegetarisches Essen mögen Sumpfschildkröten nicht

Die Sumpfschildkröte kann sehr gut schwimmen und tauchen. Das hilft ihr bei der Jagd nach Kaulquappen, Krebschen und Wasserinsekten. Sie jagt alles, was klein genug ist, um es zu fressen. Fische sind allerdings meistens zu schnell für sie. Nur im größten Notfall frisst sie auch mal Pflanzen und Algen. Interessant ist, dass sie ihre Nahrung nur unter Wasser schlucken kann.

In Europa kann es im Winter ganz schön kalt werden. Wenn die Gewässer zufrieren, dann stört das die Sumpfschildkröte aber wenig. Denn sie verbuddelt sich dann im Bodenschlamm und wartet dort in Winterstarre von Oktober bis März auf wärmeres Wetter.

Fastenspeise Schildkröte

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(Quelle: M. Kutzli (Wikipedia))

Europäische Sumpfschildkröten wurden im Mittelalter von Mönchen als Fastenspeise gegessen. Heute werden sie aber nicht mehr zum Verzehr gejagt.

Doch vor Nachstellungen ist sie trotzdem nicht geschützt. In manchen Gegenden glauben die Fischer, dass die Schildkröten ihnen die Fische wegfressen würden. Sie machen daher Jagd auf die Sumpfschildkröte. Außerdem wird sie immer wieder von Tierhändlern aus ihrer Umgebung geholt, um sie als Haustier anbieten zu können. Da hilft es auch nichts, dass europäische Sumpfschildkröten aus Gartenteichen und Terrarien hier und da in der Natur ausgesetzt werden.

Ihr Lebensraum wird zerstört

Denn weil Menschen weiter Teiche, Tümpel, Sümpfe, Moore und naturbelassene Bäche vernichten, nehmen sie der Sumpfschildkröte ihren Lebensraum. In schnell fließenden, begradigten Flussläufen findet sie keinen Schutz. Außerdem leiten die Menschen aus der Landwirtschaft und ihren Häusern sehr viel Abwasser in die Bäche. Das Wasser wird verschmutzt und die Tiere können darin nicht mehr leben.

So kommt es, dass die Sumpfschildkröte in Europa immer seltener vorkommt und ist in vielen Ländern sogar schon eine gefährdete Art ist. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist sie streng geschützt.

letzte Aktualisierung: 21.12.2009

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