Jahresrückblick 2007 - Oktober bis Dezember

Teil 4 von 4

Das waren die Ereignisse von Oktober bis Dezember 2007: Die Nobelpreise wurden bekannt gegeben, in der Schweiz wurde die rechte SVP mit einem fremdenfeindlichen Wahlkampf stärkste Partei, der letzte Harry-Potter-Band erschien in unseren Läden, Astrid Lindgren wäre 100 Jahre alt geworden, nach einer neuen Studie steigt die Kinderarmut weiter an, in Russland waren Parlamentswahlen und auf Bali tagte der Weltklimagipfel. Was noch passierte, erfährst du hier...


Geiseldrama in Afghanistan: Entführter Deutscher freigelassen

Der drei Monate zuvor in Afghanistan entführte Deutsche ist freigelassen worden. Im Juli haben afghanische Terroristen auch eine Gruppe Südkoreaner entführt. Zwei der Geiseln sowie ein zweiter entführter Deutscher wurden ermordet. Die anderen Südkoreaner sind schließlich alle befreit worden. Die Geiselnehmer gehören der radikal-islamischen Taliban an und wollen die Regierungen mit Entführungen immer wieder erpressen. Sie fordern die Freilassung von Terroristen und den Truppenabzug internationaler Soldaten aus Afghanistan.


Nobelpreise 2007: Friedensnobelpreis für den Klimaschutz

Die Nobelpreise für das Jahr 2007 sind vergeben. Die Komitees gaben im Oktober die neuen Nobelpreisträger in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie, Literatur, Wirtschaftswissenschaften - sowie den Gewinner des Friedensnobelpreises - bekannt. Die nach dem Dynamit-Erfinder Alfred Nobel benannten Auszeichnungen gelten als die bedeutendsten überhaupt. Der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore erhielt für seinen Einsatz zum Klimaschutz den Friedensnobelpreis.

Wahlen in der Schweiz: SVP mit fremdenfeindlichen Parolen stärkste Partei

Am 21. Oktober fanden die Schweizer Parlamentswahlen statt. Nie zuvor wurde ein Wahlkampf in der Schweiz so aggressiv geführt und spaltete das Land in dieser Form. Die rechte SVP ging mit einem erschreckend ausländerfeindlichen Wahlkampf auf Stimmenfang - und das mit Erfolg: Mit 29 Prozent der Wählerstimmen war sie die stärkste Partei. Auf einem ihrer Wahlplakate war ein Ausländer als schwarzes Schaf dargestellt, das von einem weißen über die Grenze getreten wird. Große Entrüstung kam aus dem In- und Ausland, die Vereinten Nationen (UN) sprachen von "purem Rassismus".


Harry Potter: Der letzte Band erscheint

Endlich war es soweit: Die deutsche Ausgabe von Band 7, "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes", ist seit dem 27. Oktober im Handel erhältlich. In England ist das Buch schon am 21. Juli erschienen. In den Wochen davor wurden viele Gerüchte laut, wie die Geschichte wohl endet und wer in Band 7 sterben würde. Angebliche Auszüge aus dem Buch machten ihre Runden im Internet. Auch die deutschsprachigen Harry-Potter-Fans haben mit Spannung den letzten Band der Buchreihe erwartet, deren Erfolg alles bisher dagewesene übertroffen hat.



Pakistan: Zusammenbruch der Demokratie

In Pakistan herrschte Ausnahmezustand: Präsident Pervez Musharraf hat eine neue, vorläufige Verfassung an die Stelle der bisher gültigen von 1973 gesetzt. Die obersten Richter im Land hatten keine Entscheidungsbefugnis mehr. Die Medien durften nicht mehr frei berichten - Radio, Fernsehen und Zeitungen nur das veröffentlichen, was der Staat zulässt. Damit war die für eine Demokratie wichtige Pressefreiheit gebrochen. Die für Anfang 2008 geplante Parlamentswahl hat die Regierung auf unbestimmte Zeit verschoben.

100. Geburtstag von Astrid Lindgren

Am 14. November wäre die beliebteste Kinderbuchautorin Europas 100 Jahre alt geworden. Bekannte Werke sind zum Beispiel "Pippi Langstrumpf", "Michel aus Lönneberga" oder "Mio, mein Mio". Mit ihren Geschichten hat sie Kinder wie auch Erwachsene in ihren Bann gezogen. Einmal wie Pippi Langstrumpf am Kronleuchter hängend hin und her schaukeln oder Streiche spielen wie Michel - in ihren Erzählungen findet man sich gerne wieder und kann eben einfach nur "Kind sein".


Japan: Jagd auf bedrohte Buckelwale

Die japanische Walfangflotte ist in die Antarktis aufgebrochen. Seit mehr als 40 Jahren wollen die Walfänger wieder seltene Buckelwale jagen. Diese und viele weitere Walarten sind aber vom Aussterben bedroht. Die Jagd auf sie ist nur in Ausnahmefällen erlaubt, und zwar für Forschungszwecke der Wissenschaft. Umweltschützer sind sich allerdings einig, dass die Japaner dies nur als Vorwand benutzen, um viel Geld mit dem Fleisch der Meeressäuger zu verdienen. Tierschützer aus aller Welt sind entrüstet.

Verheerender Zyklon in Bangladesch: Viele Tausend Tote

Durch einen verheerenden Wirbelsturm wurden in Bangladesch viele Tausend Menschen getötet. Weiterhin gibt es Tausende Verletzte. Unzählige Einwohner wurden obdachlos und von der Außenwelt abgeschnitten. Die Zahl der Opfer stieg immer weiter an. Den Überlebenden mangelte es an sauberem Trinkwasser, Nahrung und Medikamenten. Es drohten schlimme Seuchen und eine Hungerkatastrophe.


Pisa-Studie: Finnland zum dritten Mal auf Platz 1

Die ersten Ergebnisse der neuen Pisa-Studie lagen schon Ende November vor: Zum dritten Mal ist Finnland Spitzenreiter. Deutschland liegt auf Rang 13, die Schweiz auf dem 16. und Österreich auf dem 18. Platz. Bei der IGLU-Studie wurde das Leseverständnis von Grundschülern geprüft. Politiker zeigen sich zufrieden über das Abschneiden der deutschen Schüler. Was ist das Geheimnis Finnlands? "Keiner darf zurückbleiben" lautet das Motto der finnischen Schulen. Es wird viel Wert auf individuelle Betreuung gelegt und auch behinderte Kinder besuchen mit anderen zusammen dieselbe Schule.

Frankreich: Nach dem Tod zweier Jugendlicher erneute Krawalle

Mehr als zwei Jahre nach dem Tod von zwei Jugendlichen kam es wieder zu gewalttätigen Protesten in Pariser Vororten. Auslöser war ein Unfall, bei dem zwei Motorradfahrer ums Leben kamen. Sie rasten in ein Polizeiauto und starben an den Verletzungen. Die Gewalt ist erneut aufgeflammt: Tagelang randalierten junge Menschen in den "Banlieues", setzten Autos in Brand und lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei.

Arme Kinder in reichen Ländern: Die Kinderarmut steigt

Einige Kinder essen nicht täglich eine warme Mahlzeit, können keinen Hobbys nachgehen, fehlen bei Klassenfahrten, tragen keine Markenkleidung und werden ausgegrenzt - auch in reichen Ländern Europas und den USA ist Kinderarmut ein immer größeres Problem. Nach einer neuen Studie, die im November bekannt gegeben wurde, leben in Deutschland und Österreich mehr arme Kinder als in den meisten anderen Industriestaaten - und das, obwohl kaum anderswo so viel Geld für Familienförderung ausgegeben wird. Was sind die Ursachen dafür? Was bedeutet Armut in reichen Ländern?


Welt-Aids-Tag: HIV wird zur immer größeren Bedrohung

Der Welt-Aids-Tag am 1. Dezember stand wie schon in den Vorjahren unter dem Motto: "Gemeinsam gegen Aids. Wir übernehmen Verantwortung. Für uns selbst und andere". Gegen die Krankheit Aids gibt es bisher keinen Impfstoff. Die Zahl der HIV-Kranken steigt weiter an. Nicht nur Erwachsene sind von Aids betroffen, sondern auch immer mehr Jugendliche und sogar Kinder. Überall sieht man Menschen, die sich am Welt-Aids-Tag das Symbol der roten Schleife an ihre Kleidung stecken. Damit bringen sie ihr Mitgefühl für die Betroffenen zum Ausdruck.


Keine freie Wahl in Russland?

Russland hat gewählt: Präsident Putins Partei "Einiges Russland" erreichte die eindeutige Mehrheit der Stimmen. Immer mehr Kritik aus dem In- und Ausland wurde jedoch laut: Die Parlamentswahl sei unfair und nicht demokratisch abgelaufen. Auch die nicht regierenden Parteien protestierten gegen massive Einschränkungen der Wahlfreiheit: Gegner Putins wurden verhaftet, Kundgebungen verhindert - und vielen Menschen soll man den Zutritt zu den Wahllokalen einfach verweigert haben.


Weltklimagipfel auf Bali

Auf dem Weltklimagipfel auf der Insel Bali berieten Politiker und Experten aus 192 verschiedenen Ländern zwei Wochen lang über das Problem des Klimawandels. Die Folgen der vom Menschen verursachten Erderwärmung sind schon jetzt sichtbar: An den Polen schmilzt das Eis, und Naturkatastrophen wie Überschwemmungen und Dürren nehmen zu. Im letzten Moment kam es auf der Klimakonferenz zu einem Kompromiss, der von vielen als Erfolg gewertet wird. Konkrete Zahlen enthält das Abkommen jedoch nicht.

Schengen: Neue Reisefreiheit in Europa

Bürger der Europäischen Union können seit dem 21. Dezember ohne Passkontrolle die Grenzen zu den neuen EU-Ländern passieren. Darauf verständigten sich die Innenminister der Staaten in Brüssel. Dem so genannten "Schengen-Raum" treten ab sofort Tschechien, Ungarn, Polen, Slowenien, Estland, Lettland, Litauen, die Slowakei und Malta bei. Was genau ist das Schengener Abkommen? Welche Vorteile hat es, und was bedeutet es für Einwanderer und Flüchtlinge? Warum wird durch das Abkommen das Gefälle zwischen armen und reichen Ländern verstärkt?

Pakistan: Schwere Ausschreitungen nach Mord an Politikerin

Am 27. Dezember starb die pakistanische Politikerin Benazir Bhutto durch einen Mordanschlag. Insgesamt fielen dem Selbstmordattentat mehr als 20 Menschen zum Opfer. Bhutto stand an der Spitze der Pakistanischen Volkspartei, der gegnerischen Partei zur Regierung. Anfang Januar soll ein neues Parlament gewählt werden. Ihrer Partei räumte man gute Chancen ein. Nach der Ermordung Bhuttos ist es in Pakistan zu schweren Ausschreitungen gekommen. Ihre Anhänger bezeichnen Staatschef Musharraf als "Mörder", viele sehen ihren Tod als "herben Rückschlag für die Demokratie".

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letzte Aktualisierung: 15.08.2009

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