Jahresrückblick: Das war 2011

30.12.2011

Der Arabische Frühling, die Atomkatastrophe in Japan, die Fußball-WM der Frauen, der Tod von Amy Winehouse, die Hungersnot in Ostafrika, die Eurokrise oder Stuttgart 21 - unser Rückblick auf das Jahr 2011 ruft einige wichtige Ereignisse, Katastrophen und Höhepunkte noch einmal ins Gedächtnis. Worüber haben die Menschen gesprochen, sich gefreut oder geärgert? Welche Ereignisse sorgten für Trauer und Leid, was hat die Welt in diesem Jahr bewegt?

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"Arabischer Frühling" und Umbruch in Nordafrika

Sieg durch Unterstützung des westlichen Militärbündnisses NATO: Die "Rebellen" haben in Libyen die Kontrolle übernommen.
Voice of America, Phil Ittner/ Wikimedia Commons
In verschiedenen Ländern Nordafrikas wächst ab Januar 2011 der Widerstand gegen diktatorische Machthaber und immer mehr Menschen wehren sich gegen die Unterdrückung in ihrem Land. In Ägypten, Libyen und Tunesien wird die Staatsmacht gestürzt und das Land Syrien befindet sich vor einem Bürgerkrieg. In den Staaten ist die Situation weiterhin kritisch und alles andere als stabil. (Mehr zum Thema hier)

Skandal um Verteidigungsminister Guttenberg

Während sich die Bundesregierung aus CDU und FDP ohnehin in einer Krise befindet, sorgt der von vielen als "Hoffnungsträger" gefeierte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CDU) für einen Skandal: Nachdem sich im Februar herausstellt, dass er große Teile seiner Doktorarbeit einfach abgeschrieben hat, wächst der Druck auf den Politiker. Schließlich muss Guttenberg zurücktreten und die Universität Bayreuth erkennt ihm seinen Doktortitel ab.

Naturkatastrophe und AKW-Supergau in Japan

Die Atomkatastrophe in Japan hält die Welt in Atem. Das Ausmaß der radioaktiver Verstrahlung rund um die Millionenstadt Tokio ist nicht abzusehen.
Helles Köpfchen
Eine große Katastrophe ereignet sich in Japan und hält die Welt in Atem: Am 11. März wird der Nordosten Japans von einem starken Erdbeben heimgesucht und verwüstet, es folgt ein Tsunami. Nahezu 20.000 Menschen kommen ums Leben. Der Tsunami beschädigt auch das Kernkraftwerk Fukushima I schwer. Es kommt zu einem Super-Gau und damit zu einer der schwersten Atomkatastrophen in der Geschichte. Große Gebiete werden durch die radioaktive Strahlung verseucht. Erneut werden weltweit viele Debatten um die Gefahren der Atomkraft geführt. (Mehr zum Thema hier)

Königliche Hochzeit in Großbritannien

Ein großes Ereignis nicht nur für die "Klatschpresse": William Mountbatten-Windsor, der 28-jährige Enkel von Königin Elisabeth II., und die 29-jährige Catherine Elizabeth "Kate" Middleton heiraten am 29. April im Westminster Abbey in London. Die ganze Welt verfolgt die Hochzeit von Prinz William und Kate und tagelang geht es in den Medien um alle möglichen Details aus der Beziehung und aus der prunkvollen Königshochzeit in England.

Terror-Anführer Osama Bin Laden wird getötet

Al-Qaida-Chef Osama Bin Laden wurde am 2. Mai durch US-Geheimdienste in einem Haus in Pakistan aufgespürt und erschossen.
Wikipedia
Osama Bin Laden, Begründer und Anführer der radikal-islamischen Terrororganisation "Al Qaida", wird am 2. Mai durch US-Geheimdienste in einem Haus in Pakistan aufgespürt und erschossen. Zehn Jahre lang wurde der gefürchtete Al-Qaida-Chef von der US-Regierung bereits gesucht. Seine Tötung wird in den USA als wichtiges historisches Ereignis gefeiert. In anderen Ländern stößt das Vorgehen der US-Regierung auch auf Kritik. (Mehr zum Thema hier)

EHEC-Erreger sorgt für Aufregung

Im Mai hören wir tagtäglich neue Meldungen über den gefährlichen EHEC-Erreger, der über frische Lebensmittel übertragen werden soll und gefährliche Durchfall-Erkrankungen auslöst. Viele Menschen verzichten deshalb komplett auf frisches Gemüse und Obst. Wochenlang ist man auf der Suche nach der Herkunft des Erregers, bis es schließlich heißt, dass er durch Sprossen aus Ägypten übertragen worden sei.

WM-Fieber in Deutschland

Die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen findet in Deutschland statt und in das deutsche Team werden große Erwartungen gesetzt. Am 26. Juni beginnt die mit Spannung erwartete sechste Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen und bis zum 17. Juli treten die Nationalteams aus 16 Ländern gegeneinander an. Doch schon im Viertelfinale müssen sich die deutschen Fußball-Frauen aus der WM verabschieden. Im Finale können sich die japanischen Frauen gegen das Team aus den USA durchsetzen und werden erstmalig Fußball-Weltmeisterinnen. (Mehr zum Thema hier)

Trauer um Sängerin Amy Winehouse

Die Soulsängerin Amy Winehouse starb im Juli 2011 mit 27 Jahren an den Folgen einer Alkoholvergiftung.
berlinfotos/ Flickr.com
Mit nur 27 Jahren stirbt die bekannte britische Jazz-, Soul- und R'n'B-Sängerin Amy Winehouse am 23. Juli in ihrer Londoner Wohnung an den Folgen einer Alkoholvergiftung. Winehouse, die als musikalisches Ausnahmetalent gefeiert wurde, war mehrfach wegen ihrer Alkohol- und Drogensucht in Entzugskliniken und sorgte immer wieder für Skandalmeldungen in den Medien. Die junge Sängerin war 2003 mit ihrem ersten Album "Frank" bekannt geworden. 2006 erlebte sie mit ihrem zweiten Album "Back to Black" weltweit den großen Durchbruch und räumte fünf Grammy Awards ab.

Amoklauf in Norwegen

Im Juli explodiert in der norwegischen Hauptstadt Oslo eine Bombe und tötet acht Menschen. Kurze Zeit später läuft der als Polizist verkleidete Täter in einem Jugend-Ferienlager auf der Insel Utøya Amok und schießt um sich. 69 Menschen werden getötet, die meisten von ihnen sind Jugendliche. Ganz Norwegen ist fassungslos und trauert um die Opfer der schlimmen Gewalt eines Einzeltäters, der später von Psychologen untersucht und für "nicht zurechnungsfähig" erklärt wird.

Schwere Hungersnot in Ostafrika

Menschen aus Somalia, die wegen der schweren Hungersnot nach Dadaab/ Kenia geflüchtet sind.
Oxfam East Africa
Wegen einer langen Dürreperiode wird Ostafrika von einer schweren Hungersnot heimgesucht und viele Menschen flüchten. Auch in den Notlagern wird die Nahrung immer knapper. Noch immer sind von der Hungerkrise am Horn von Afrika ungefähr zwölf Millionen Menschen aus Somalia, Äthiopien, Kenia, Dschibuti und weiteren ostafrikanischen Ländern betroffen. (Mehr zum Thema hier)

10-jähriges Gedenken an die Anschläge vom 11. September

Die Katastrophe vom "11. September" jährt sich im Jahr 2011 zum zehnten Mal und es werden viele Gedenkfeiern abgehalten. Alle Radio- und Fernsehsender unterbrachen damals ihr Programm, um zu berichten, dass entführte Flugzeuge in das World Trade Center in New York gestürzt wurden. Über 3.000 Menschen kamen bei den Anschlägen ums Leben. Dieses Datum ging in die Geschichte ein - und hat die Welt verändert. (Mehr zum Thema hier)

Greenpeace feiert Geburtstag

Vor 40 Jahren, am 15. September 1971, wurde Greenpeace von Umweltschützern in Kanada ins Leben gerufen - heute ist sie die weltweit größte Umweltorganisation. Bekannt ist Greenpeace vor allem durch Aktionen und Kampagnen gegen Atomkraft, Gentechnik, die globale Erderwärmung, die Zerstörung von Regenwäldern, Walfang, Robbenjagd und Überfischung. (Mehr zum Thema hier)

"Besetzt die Wall Street!": Weltweite Proteste

Demonstration der Occupy-Bewegung am 30. September 2011
David Shankbone/ Wikimedia Commons
Die "Occupy-Bewegung" stammt aus den USA. Dort findet am 17. September 2011 erstmals eine große Protestaktion unter dem Slogan "Besetzt die Wall Street" statt. Zahlreiche Menschen in den USA ziehen auf die Straßen, um zu protestieren. Schließlich demonstrieren auch in Deutschland und auf der ganzen Welt hunderttausende Menschen gegen die Macht der Banken - sie fordern eine gerechtere Politik und ein anderes Wirtschaftssystem. (Mehr zum Thema hier)

Flutkatastrophe in Thailand

Thailand wird im Oktober und November nach heftigen und anhaltenden Niederschlägen von schweren Überschwemmungen heimgesucht. Hunderte Menschen kommen ums Leben, viele Betroffene verlieren ihre Behausungen. Besonders hart trifft die Flutkatastrophe die arme Landbevölkerung Thailands und die Bewohner der Vororte von Bangkok.

Die EU in der Krise

Die EU sieht vor, Griechenland mit einem "Rettungspaket" zu unterstützen: Das Land soll von allen EU-Staaten Geld bekommen, damit es nicht zahlungsunfähig wird.
Gerd Altmann/ pixelio.de
Europa diskutiert über den "EU-Rettungsschirm", durch welchen hoch verschuldeten Ländern gegen bestimmte Bedingungen geholfen werden soll - denn nicht nur Griechenland steht vor der Staatspleite. Die Europäische Union befindet sich zum Jahresende in einer immer tieferen Krise und es gibt heftige Debatten um den Euro und die Zukunft der EU. (Mehr zum Thema hier)

Rechtsextreme Terror- und Mordserie in Deutschland

Im November kommen täglich neue Enthüllungen über den rechtsextremen Terror in Deutschland ans Licht. Dabei geht es um zahlreiche Morde, die Mitglieder einer rechtsradikalen Gruppe an Ausländern verübt haben. Es stellt sich die Frage, warum es möglich ist, dass eine rechte Terrorgruppe viele Jahre durch Deutschland zieht und unentdeckt Morde begeht. Die Justiz und der Verfassungsschutz, der eigentlich für mehr Sicherheit sorgen soll, stehen massiv in Kritik. (Mehr zum Thema hier)

Trauer um die Schriftstellerin Christa Wolf

Walter Ulbricht überreicht der Autorin Christa Wolf 1964 den Nationalpreis der DDR.
Deutsches Bundesarchiv
Die deutsche Schriftstellerin Christa Wolf stirbt am 1. Dezember im Alter von 82 Jahren. Sie war eine der wichtigsten deutschen Autoren der Nachkriegszeit. In ihren Werken geht es oftmals um den Nationalsozialismus, um Befreiung und Selbstbestimmung, Geschlechterrollen, die Kritik an der Gesellschaft sowie um die menschliche Identität. Vor allem behandelt sie die Lebenssituation der Menschen in der ehemaligen DDR. (Mehr zum Thema hier)

Auf und Ab für Stuttgart 21

Nach langen Debatten um den Bau des neuen Bahnhofes in Stuttgart sollten die Bürger in einer Volksabstimmung am 27. November über die Zukunft von "Stuttgart 21" entscheiden. Die Mehrheit ist demnach für den Bau, die Gegner des geplanten unterirdischen Durchgangsbahnhofes waren enttäuscht und fassungslos. Sie halten das Projekt für überteuert, wenig kundenfreundlich und befürchten durch den Bau Schäden für die Umwelt und das Grundwasser sowie an Denkmälern und privaten Eigentümern. Sie geben nicht auf und starten kurz vor Jahresende einen Gegenangriff: In einem Aufruf an die Deutsche Bahn fordern sie eine erneute Überprüfung des Bauprojekts. Der Umweltverband BUND hat zudem gegen die Bauarbeiten geklagt - und vor Gericht Recht bekommen: Der Schutz des Juchtenkäfers, eines kleinen, aber wichtigen Insekts, ist bei den Baumaßnahmen nicht berücksichtigt worden. Nun schöpfen die Gegner von Stuttgart 21 neue Hoffnung.

Nordkorea trauert um Kim Jong-il

Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-il ist am 17. Dezember 2011 gestorben.
Presidential Press and Information Office/ Wikimedia Commons
Am 17. Dezember stirbt der nordkoreanische Diktatur Kim Jong-il. Sein jüngster Sohn Kim Jong-un, der die Macht im Land übernimmt, hat dem Volk befohlen, um den Zwangsherrscher zu trauern. Da in Nordkorea eine Diktatur herrscht, gibt es keine freien Wahlen, keine Meinungs- und Pressefreiheit und auf die Menschen wird viel Zwang ausgeübt. Die Familie Kim herrscht bereits seit vielen Jahren diktatorisch über Nordkorea - so hat Kim Jong-il wiederum 1994 das politische Amt seines Vaters übernommen. Nach der Trauerzeit für den verstorbenen Machthaber wird Kim Jong-un am 29. Dezember zum Führer von Volk, Partei und Streitkräften erklärt. (Mehr zum Thema hier)

Tod des tschechischen Ex-Präsidenten Václav Havel

Am 18. Dezember stirbt der ehemalige Präsident der Tschechischen Republik, Václav Havel, im Alter von 75 Jahren. Der Schriftsteller kam schon als junger Mann mit der Staatsmacht in Konflikt. Seine Kritik führte soweit, dass er für insgesamt fünf Jahre ins Gefängnis kam. Nach dem Ende der kommunistischen Herrschaft in der Tschechoslowakei wurde der Dichter Staatspräsident des Landes. (Mehr zum Thema hier)

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letzte Aktualisierung: 04.01.2012

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