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Großbritannien

Vereinigtes Königreich

Teil 14 von 45

von Andreas Fischer

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Blick auf die berühmte Tower-Bridge, eine Straßenbrücke über die Themse in Englands Hauptstadt London. (Quelle: Wikipedia)

Das Vereinigte Königreich der Briten besteht aus England, Schottland, Wales und Nordirland. Dazu kommen noch einige Überseegebiete. Die Kronbesitztümer der Isle of Man und der Kanalinseln zählen zu den Britischen Inseln, sind jedoch nicht Bestandteil des Vereinigten Königreichs. Großbritannien hat noch enge Beziehungen zu 15 so genannten "Commonwealth Realms", deren Staatsoberhaupt der Monarch Britanniens - also Königin Elisabeth II. - ist.

Geschichte des Landes

Georg III. Wilhelm Friedrich war zwischen 1760 und 1801 König von Großbritannien und Irland und anschließend der erste König des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland. (Quelle: Wikipedia)

Das westlich liegende Wales stand ab dem 13. Jahrhundert unter der Kontrolle Englands und wurde im 16. Jahrhundert Teil des Englischen Königreichs. Mit der "Act of Union" Anfang des 18. Jahrhunderts schlossen sich die Königreiche Schottland und England zum Königreich Großbritannien zusammen. 1800 vereinigte sich das Königreich Großbritannien mit dem Königreich Irland. Schon seit Jahrhunderten unterstand dieses immer mehr der Macht Englands.

Somit gründete sich das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Irland. 1922 bildeten 26 Grafschaften Irlands den unabhängigen Irischen Freistaat - die heutige Republik Irland (formell "Eire"). Die anderen sechs Grafschaften von Ulster verblieben beim Vereinigten Königreich.

Auf seinem Höhepunkt der kriegerischen Eroberung bildete das Britische Imperium zwei Fünftel der Landfläche auf der Erde. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg verlor der Staat mehr und mehr seine Weltmachtstellung - trotzdem er in beiden Fällen auf der Seite der Sieger stand. Im 20. Jahrhundert löste sich das Imperium größtenteils auf.

Großbritannien ist im Grunde die älteste "konstitutionelle Monarchie" - also eine Verfassung, bei der der König das Staatsoberhaupt ist, nicht aber die politische und gesetzgebende Macht besitzt. Dies wird durch eine geschriebene Vefassung festgelegt. Die Gesetzgebung war bereits im 17. Jahrhundert Aufgabe des gewählten Parlaments. Im 18. Jahrhundert unterstand auch die Exekutive (ausführende Gewalt) weitgehend dem Parlament.

Teilstaaten: England, Wales, Schottland und Nordirland

Schottland umfasst den nördlichsten Teil Großbritanniens. Bild: Castle Stalker in Argyll, einem kleinen schottischen Dorf. (Quelle: Alan M Hughes (Wikipedia))

Der größte Teilstaat Großbritanniens ist England - mit rund 50,4 Millionen Einwohnern. Das Land umfasst etwa zwei Drittel der Insel. Die größten Städte Englands sind die Hauptstadt London sowie Birmingham, Manchester, Sheffield, Liverpool, Leeds und Bristol. Im Norden Englands gibt es viele Gebirge - wie die Cumbrian Mountains und die Pennines. Im Süden und entlang der Ostküste liegen flachere Hügel, zum Beispiel der Yorkshire Wolds, der Lincolnshire Wolds und der Isle of Purbeck. Der höchste Berg Englands ist der Scafell Pike. Die bekanntesten Flüsse sind Themse, Trent und Severn.

Westlich an England grenzt Wales, das knapp drei Millionen Einwohner hat. Schottland zählt etwa 5,1 Millionen Einwohner und umfasst den nördlichsten Teil Großbritanniens. Es besteht aus drei Teilen: dem Gebirge der Highlands im Norden und Westen, dem flachen Central Belt und der hügeligen Southern Uplands im Süden. Kleinster Teilstaat ist Nordirland mit rund 1,7 Millionen Einwohnern. Es liegt auf dem nordöstlichen Teil der irischen Insel. Der Süden Irlands ist ein unabhängiger Staat und gehört nicht zu Großbritannien.

Politisches System Großbritanniens

Königin Elisabeth II. ist das Staatsoberhaupt Großbritanniens. (Quelle: Wikipedia)

Das Staatsoberhaupt ist Königin Elisabeth II., der Regierungschef ist seit Mai 2010 Premierminister David Cameron von der konservativen Partei ("Tories"). Er ist Nachfolger von Gordon Brown, der nach der Wahlniederlage der Labour-Partei ("Arbeiterpartei") von seinem Amt zurücktreten musste. Das Parlament besteht aus dem Monarchen (also König oder Königin), dem House of Lords (Oberhaus) sowie dem House of Commons (Unterhaus). Die Mitglieder des House of Lords sind überwiegend Angehörige des so genannten Verdienstadels sowie auch einigen Adeligen mit vererblichen Adelstiteln und anglikanischen Bischöfen.

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Die Abgeordneten des House of Commons werden nach dem Mehrheitswahlrecht gewählt. Dort werden die Gesetze eingebracht und beschlossen. Durch die "parliamentary sovereignty" ist das Parlament die einzige gesetzgebende Institution ("Souverän") in Großbritannien.

Queen (Königin) Elizabeth II. ist das Staatsoberhaupt des Vereinigten Königreichs sowie Australiens und Kanadas. Die Aufgabe des Monarchen ist aber vielmehr, das Land nach außen zu vertreten, als es zu lenken oder politische Entscheidungen zu treffen. "Konstitutionelle Monarchie" bedeutet also, dass die Macht des Königs durch eine Verfassung (Konstitution) eingeschränkt wird. Es gibt ein Parlament, das die Gesetzgebung allein - oder auch bis zu einem gewissen Grad gemeinsam mit dem Monarchen - wahrnimmt.

Das Commonwealth of Nations (bis 1947 "British Commonwealth of Nations") ist ein Staatenbund, der durch das Vereinigte Königreich und dessen ehemalige Kolonien gebildet wird. "Commonwealth" (übersetzt: Gemeinwohl) ist in diesem Fall ein freiwilliger Bund von unabhängigen, souveränen Staaten, die gemeinsame Ziele verfolgen oder sich zu einer politischen Gemeinschaft zusammenschließen.

Großbritannien ist Mitglied der Europäischen Union, der Euro wurde dort aber nicht eingeführt. Im Zuge einer Reform der Verfassung haben Schottland, Wales und Nordirland seit 1999 eigene Parlamente.

Im Westminster-Palast tagt das britische Parlament. (Quelle: Sir James (Wikipedia))

Das Vereinigte Königreich ist Verbündeter der USA im "Krieg gegen den Terror". Es hat sowohl im Krieg in Afghanistan als auch im Irak-Krieg mitgewirkt. Bereits im Jahr 2000 wurde ein Anti-Terror-Gesetz unterzeichnet. Nach den Anschlägen am 11. September 2001 in den USA wurde wenige Monate später der "Anti-Terrorismn, Crime and Security Act" durch das Parlament verabschiedet. Im Kampf gegen den internationalen Terrorismus geriet Großbritannien immer wieder in Kritik. So begegneten andere europäische Länder wie Frankreich oder Deutschland den Vereinigten Staaten nach ihrer Reaktion auf die Anschläge 2001 mit Skepsis. Großbritannien wurde vorgeworfen, durch seine fast uneingeschränkte Solidarität zur US-Regierung im Kampf gegen den Terror auch gegen Menschenrechte verstoßen zu haben.

In Nordirland kam es in der Vergangenheit häufig zu Unruhen zwischen Katholiken und Protestanten - der Nordirland-Konflikt führt weit in die Vergangenheit zurück. Momentan sieht es so aus, als würde sich die Lage langsam beruhigen. Doch immer wieder herrschen dort bürgerkriegsähnliche Zustände.

Wirtschaft und Kultur

Der berühmte Buckingham-Palast steht im Londoner Bezirk City of Westminster und ist die Residenz des britischen Monarchen. (Quelle: Diliff (Wikipedia))

Großbritannien ist ein bedeutendes Industrieland. Mit rund 60,2 Millionen Einwohnern ist es das drittbevölkerungsreichste Land der EU. Das Vereinigte Königreich ist Gründungsmitglied der NATO (westliches Militärbündnis) und der Vereinten Nationen (als Atommacht ständiges Mitglied des Sicherheitsrates). Außerdem ist es Mitgliedstaat der "Gruppe der Acht" (G8).

Das Vereinigte Königreich hat nach dem Auflösen des Britischen Imperiums weiterhin einen weltweit bedeutenden Einfluss. Grund hierfür ist zum einen, dass die englische Sprache sehr geläufig und weit verbreitet ist. Zum anderen umfasst der Commonwealth of Nations als loser Staatenbund viele Länder.

Man sagt allgemein, dass die Briten eine sehr nach Klassen getrennte Gesellschaft haben. Das zeigt sich schon im Bildungssystem: Viele Kinder aus reicheren Familien besuchen die privaten Eliteschulen, die recht teuer sind und einen späteren Karriereaufstieg erleichtern. Andere Kinder dagegen gehen auf staatliche Gesamtschulen. Alle Schüler müssen in Großbritannien Uniformen tragen.


Größe des Landes
244.820 qkm

Hauptstadt
London
Einwohner
60.59 Mio. (Stand 2006)
Landessprachen

Amtssprache:
  • Englisch

Umgangssprachen:
  • Walisisch (Wales)
  • Gälisch (Schottland & Nordirland)
  • französische Dialekte (Kanalinseln)

letzte Aktualisierung: 21.05.2013

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