Abgeklärt und souverän wie eine echte Spitzenmannschaft trat Tabellenführer FC Schalke 04 beim abstiegsgefährdeten FSV Mainz 05 an. Der 3:0-Auswärtserfolg im Mainzer Bruchwegstadion war mehr als nur ein einfacher Pflichtsieg, denn die Schalker - allen voran Spielgestalter Lincoln - spielten "Zauberfußball" vom feinsten. Dagegen präsentierten sich die Mainzer ungewohnt schlapp und träge. Am Sonntag legte Werder Bremen gegen Dortmund nach und wahrt so seine Chance auf den Titel.
Nur zwei Mal während der gesamten 90 Minuten brachten die Mainzer Stürmer das Tor von Schalkes Torwart Manuel Neuer ernsthaft in Gefahr. Das Team von Trainer Jürgen Klopp wirkte vollkommen ideenlos. Dabei müssten einige Mainzer Spieler doch noch sehr gut in Erinnerung haben, wie man gegen Schalke gewinnen kann: In den vergangenen zwei Jahren gewann Mainz 05 sein Heimspiel jeweils gegen die Blau-Weißen aus dem Ruhrgebiet. Doch an diesem Spieltag hatte der selbst ernannte Karnevalsverein aus Mainz keine Chance. Nicht zu unrecht forderten die Mainzer Fans nach dem 0:2 nach einer halben Stunde mit lautstarken Sprechchören: "Wir wollen euch kämpfen sehen!" Doch von Kampf, Leidenschaft und Einsatzwillen war bei den Mainzer Kickern wenig zu sehen.
Vielmehr ergaben sie sich nach dem 0:3 in der 70. Minute vollends ihrem Schicksal und spielten die letzten zwanzig Minuten lustlos herunter. Alles andere als lustlos spielte Schalkes Spielmacher Lincoln bei seinem ersten Einsatz seit fünf Spielen. Der Brasilianer hatte seine Sperre nach einer Roten Karte abgesessen und brannte sprichwörtlich auf seinen Einsatz. Lincoln beherrschte das Mittelfeld und schlug zahlreiche kluge Pässe. Nach der Halbzeitpause krönte er seine hervorragende Leistung mit einem Traumtor zum 3:0-Endstand: Bei einem Konterangriff rannte Lincoln plötzlich ganz allein auf Torwart Dimo Wache zu. Der Brasilianer lupfte eiskalt über den immerhin 1,94 Meter großen Schlussmann. Das 1:0 für Schalke erzielte Kevin Kuranyi nach einem groben Abwehrfehler des Mainzer Innenverteidigers Manuel Friedrich. Für das 2:0 sorgte Gerald Asamoah per Kopfball. Mainz bleibt auf Tabellenrang 17, während Schalke seine Spitzenposition festigt.
Erfolgserlebnis zum Einstand von Karsten Heine
Seit dem 3. Februar hat Hertha BSC kein Bundesliga-Spiel mehr gewinnen können. Die Vereinsführung wurde immer nervöser angesichts des scheinbar unaufhaltsamen Sturzfluges der Hertha in Richtung Tabellenkeller. In der vergangenen Woche entließ der Vorstand Trainer Falko Götz. Wieder einmal war der Trainer das schwächste Glied und musste gehen.
Beim Spiel in Bochum saß zum ersten Mal Karsten Heine auf der Trainerbank, der die Mannschaft sehr gut kennt. Zuletzt war Heine Talentsichter für die Hertha und trainierte die Amateurmannschaft. Und dass ein neuer Trainer durchaus Schwung in eine verunsicherte Mannschaft bringen kann, zeigte sich sofort: Obwohl Bochum durch Theofanis Gekas bereits in der 1. Spielminute in Führung gegangen war, drehten die Berliner das Spiel noch. Christian Gimenez, Gilberto und Ede - also gleich drei Südamerikaner - sorgten für den unerwarteten 3:1-Erfolg der Berliner.
Nürnberg gewinnt knapp mit 1:0 gegen Aachen. Der VfB Stuttgart bleibt durch einen glücklichen 2:1-Erfolg gegen Hannover an Tabellenführer Schalke dran. Frankfurt siegt 4:2 in Bielefeld und Cottbus schlägt Wolfsburg verdient mit 3:2.
Die Sonntagesspiele
Es kommt äußerst selten vor, dass die Fans des FC Schalke 04 einmal der Mannschaft von Borussia Dortmund die Daumen drücken - schließlich herrscht zwischen den beiden Nachbarvereinen aus dem Ruhrgebiet eine gewisse Rivalität. Doch heute können einige Schalker Fans bestimmt nicht bestreiten, beim Spiel der Dortmunder Borussia gegen Werder Bremen für den ewigen Rivalen gehalten zu haben. Hätte Dortmund nämlich gewonnen, wäre der Vorsprung von Tabellenführer Schalke 04 auf den ärgsten Verfolger Werder Bremen auf fünf Punkte angewachsen. Doch an dem Wörtchen "hätte" ist schon zu erkennen, dass die Dortmunder den Schalkern keinen Gefallen tun konnten. Mit 2:0 siegte Werder Bremen durch Tore von Miroslav Klose und Diego gegen die schwarz-gelben Borussen. Es war ein verdienter Erfolg. Die Bremer lassen im Kampf um die Meisterschaft nicht locker.
Im zweiten Sonntagsspiel erledigten auch die Bayern als Favoriten "ihre Hausaufgaben" im Spiel gegen Bayer Leverkusen. Mark van Bommel sowie Roy Makaay steuerten die beiden Tore beim 2:1-Sieg über die Bayer-Elf bei. Leverkusens Andrej Voronin konnte das Anschlusstor erzielen.
Die Ergebnisse im Überblick:
Borussia Mönchengladbach | : | Hamburger SV | 0:1 (0:0) | 14.04.2007 | ||
1. FSV Mainz 05 | : | FC Schalke 04 | 0:3 (0:2) | 14.04.2007 | ||
VfL Bochum | : | Hertha BSC Berlin | 1:3 (1:0) | 14.04.2007 | ||
VfB Stuttgart | : | Hannover 96 | 2:1 (1:0) | 14.04.2007 | ||
Arminia Bielefeld | : | Eintracht Frankfurt | 2:4 (1:2) | 14.04.2007 | ||
FC Energie Cottbus | : | VfL Wolfsburg | 3:2 (1:0) | 14.04.2007 | ||
1. FC Nürnberg | : | Alemannia Aachen | 1:0 (1:0) | 14.04.2007 | ||
Borussia Dortmund | : | SV Werder Bremen | 0:2 (0:2) | 15.04.2007 | ||
FC Bayern München | : | Bayer Leverkusen | 2:1 (1:0) | 15.04.2007 |
Die Tabelle nach dem 29. Spieltag:
Platz | Verein | Spiele | Tore | Punkte | |
1 | FC Schalke 04 | 29 | +20 | 59 | |
2 | Werder Bremen | 29 | +31 | 57 | |
3 | VfB Stuttgart | 29 | +17 | 55 | |
4 | FC Bayern München | 29 | +12 | 53 | |
5 | 1. FC Nürnberg | 29 | +13 | 44 | |
6 | Bayer 04 Leverkusen | 29 | +3 | 42 | |
7 | Energie Cottbus | 29 | -4 | 38 | |
8 | Hertha BSC Berlin | 29 | -5 | 38 | |
9 | Hamburger SV | 29 | +2 | 35 | |
10 | VfL Wolfsburg | 29 | -3 | 35 | |
11 | Hannover 96 | 29 | -8 | 35 | |
12 | Eintracht Frankfurt | 29 | -11 | 34 | |
13 | VfL Bochum | 29 | -9 | 33 | |
14 | Alemannia Aachen | 29 | -10 | 33 | |
15 | Borussia Dortmund | 29 | -8 | 32 | |
16 | Arminia Bielefeld | 29 | -6 | 30 | |
17 | 1. FSV Mainz 05 | 29 | -20 | 30 | |
18 | Borussia Mönchengladbach | 29 | -14 | 25 |
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